von Alice
Dem Königreich gehen die Soldaten aus, weshalb aus jedem Ort mindestens eine Person für die Rettung eingezogen wird – im Falle einer Weigerung ist die Strafen drakonisch. Wer genau ausgesendet wird, das müssen die Bewohner selbst entscheiden. Yuva ist Sohn einer Bauernfamilie und wird von den Bewohnern seines Heimatdorfes ausgewählt, da er besonders stark ist. Die Entscheidung kommt Yuva entgegen, da er neugierig ist und gern Abenteuer erleben möchte.
Yuva tritt der bisher erfolgreichsten Heldengruppe bei, da sie dringend jemand brauchen, der schwere Lasten tragen kann, nämlich die Waffe gegen ein Monster im 50. Stockwerk. Nachdem er dies erfolgreich getan hat, beeindruckt er die Gruppe durch einen mutigen Einsatz, woraufhin sie beschließen, Yuva dauerhaft als Mitglied aufzunehmen und ihm Kampf-Trainingstunden geben.
In einem Schnelldurchlauf erlebt man den Aufstieg bis zum 80. Stockwerk, aus dem die Helden dann schließlich fliehen müssen. In kurzen Szenen werden die spannendsten Begegnungen dargestellt, aus denen die Stärken der einzelnen Charaktere hervorgehen. Durch die geraffte Darstellung ist es zunächst schwierig, eine Bindung zu ihnen aufzubauen, doch skurrile Szenen wecken Neugierde. Der Aufbau einer düsteren Stimmung ist sowohl optisch als auch erzählerisch hervorragend gelungen. Wer andere Werke Niheis kennt wie „BLAME!“ oder „Knights of Sidonia“ und die Art des Horrors mochte, wird auch mit „Tower Dungeon“ viel Freude haben.
Der bedeutendste Unterschied ist, dass es sich dieses mal um ein Fantasy-Setting handelt, wobei es auch hier außergewöhnliche Wesen gibt, die durchaus Teil eines Science-Fiction-Mangas sein könnten. Der Entführer wirkt mysteriös und auch die Anführerin der Heldengruppe gehört einem geheimnisvollen Volk an, über das man in den Fortsetzungen vermutlich mehr erfahren wird. Band 2 ist bereits erschienen, die weiteren Bänden erscheinen in einem Abstand von etwa 2 Monaten.
Weniger überzeugend sind die softerotische Etchi-Szenen. Eine Magierin, deren hochgeschlossene, bodenlange Robe sie komplett in die Höhe hebt und ihren nackten Körper zeigt, sobald sie zaubert, wirkt urkomisch, aber bei den entsprechenden Szenen fehl am Platz. Zudem sind die Darstellungen nicht wirklich reizvoll, da die Charaktere insgesamt eher skizzenhaft gezeichnet sind. Gelungen sind wiederum die Monster: tentakelige, abstoßend aussehende Wesen, die stellenweise sehr menschliche Körperteile haben und dadurch überraschend gruselig wirken.
„Tower Dungeon“ liegt als Softcover in einem Format von 14 x 21 cm vor. Das entspricht in etwa der Größe DIN A5, was für Mangas relativ groß ist.
Fazit: Wer andere Werke Niheis kennt wie „BLAME!“ oder „Knights of Sidonia“ und die Art des Horrors mochte, wird auch mit „Tower Dungeon“ viel Freude haben. Wer diese noch nicht kennt, hat mit diesem Manga eine gelungene Einstiegsmöglichkeit.
Tower Dungeon 1
Manga
Tsutomu Nihei
Cross Cult 2026
ISBN: 978-3-7573-0735-6
160 S., Softcover, deutsch
Preis: 10,00 EUR
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