von Peter Berneiser
„Warhammer 40.000“ ist ein Tabletop-Spiel aus dem Hause Games Workshop. Seit dem Erscheinen 1987 hat sich das „Warhammer 40.000“-Universum ständig weiterentwickelt. Neben zahlreichen Neuauflagen wurden Romane, PC-Spiele und sogar ein Sammelkartenspiel veröffentlicht. Panini Comics hat nun den ersten deutschen „Warhammer 40.000“-Comic herausgegeben.
Das 41. Jahrtausend ist ein Zeitalter der endlosen Schlachten. Die brutalen Horden der Orks und die erbarmungslosen Schwarmflotten der Tyraniden verschlingen zahllose Welten. Die verräterischen Chaos Space Marines dienen den Göttern des Chaos und rufen zu unheiligen Kreuzzügen auf. Aus uralten Stasiskammern haben sich die Necrons – seelenlose und unsterbliche Krieger – erhoben, um für ihre Götter Seelen zu ernten. Die Tau, eine junge, aber kulturell und technologisch hoch entwickelte Rasse, wollen ein gerechtes Universum errichten, während die Dark Eldar plündernd durch das Universum ziehen. Diesen Feinden stellen sich die imperiale Armee, die Inquisition und die Orden der Space Marines im Namen des Imperators, Herr der Menschheit und Gebieter über Millionen Welten, entgegen.
Einer der größten und berühmtesten Orden der Space Marines sind die „Black Templars“. Der Orden befindet sich auf dem längsten Kreuzzug in der Geschichte des Imperiums. In unzähligen Schlachten haben die „Black Templars“ ihre Loyalität gegenüber dem Imperator unter Beweis gestellt. Sie gehören zu den fanatischsten und unerbittlichsten Kriegern des Universums.
In „Kreuzzug der Verdammten“ wird der Lebensweg eines „Black Templars“ in drei parallelen Handlungssträngen erzählt. Raclaw, ein junger Stammeskrieger, wird auf einem kulturell und technisch rückständigen Planeten von Ordenskriegern der „Black Templars“ aufgrund seiner Kampfkraft für den Orden rekrutiert. Anschließend wird die Ausbildungs- und Umwandlungsphase zum vollwertigen Space Marine beschrieben. Das Leben des Anwärters besteht aus Kampf, Schmerz und bedingungsloser Hingabe. Aus Raclaw wird nach zahllosen Prüfungen der Schwertbruder Gerhart, ein fanatischer Veteran des Ordens, der nach Ruhm und Ehre im Namen des Imperators strebt.
In einem erbitterten Kampf gegen ketzerische Chaos Space Marines wird Gerhart tödlich verwundet. Dem gefallenen „Black Templar“ wird eine der höchsten Ehren zuteil. Sein Körper wird in den lebenserhaltenden Sarkophag im Inneren eines „Dreadnought“ eingebettet, den er durch Gedankenimpulse steuern und so dem Orden weiter dienen kann. Diese humanoiden, schwer gepanzerten Kriegsmaschinen unterstützen die Infanterie mit schweren Waffen und werden vor bedeutenden Schlachten aus einem traumlosen Schlaf erweckt. Gerhart führt nun den Namen Tankred und widmet sich weiter der Vernichtung der Feinde des Imperators.
Die parallelen Handlungsstränge verwirren anfangs den Leser, zumal der Protagonist nacheinander drei Namen trägt. Des Weiteren wechseln Schauplätze und Ereignisse in rasanter Geschwindigkeit. Die Feinde des Imperiums werden in einem kurzen Satz vorgestellt und dienen nur der intensiven Darstellung des kampf- und verlustreichen Lebens der Space Marines. Die Geschichte kann nicht durch Tiefgang überzeugen und verläuft linear. Hier stellt sich natürlich die Frage, ob man von einem „Warhammer 40.000“-Comic mehr erwarten kann oder will, als eine Aneinanderreihung von Schlachten. Sicherlich spiegelt die Geschichte den Hintergrund der Space Marines im „Warhammer 40.000“-Universum treffend wider: der endlose Kampf um das Überleben der Menschheit im Namen des Imperators bis zum ehrenvollen Tod auf dem Schlachtfeld.
Neben wenigen Schreibfehlern fällt ein inhaltlicher Fehler besonders auf: Nach einer siegreichen Schlacht gegen die Necrons sind deren Überreste auf dem Schlachtfeld zu sehen, obwohl diese nach offiziellem Kodex nach einer Schlacht verschwinden.
Die Qualität der Zeichnungen reicht von sehr gut bis mittelmäßig. Während die düsteren Festungen der „Black Templars“ sehr stimmungsvoll gezeichnet sind, wirkt die Kolorierung der Eldar unstimmig. Die Zeichnungen weisen nur wenige Details auf, während kantige Formen die düsteren Bilder bestimmen. Dieser reduzierte Stil erzeugt jedoch ein bedrückendes, archaisch anmutendes Bild der Welt des 41. Jahrtausends.
Fazit: Insgesamt ist „Kreuzzug der Verdammten“ ein recht gelungenes Werk, aus dem man allerdings mit einer komplexeren Geschichte hätte mehr machen können.
Warhammer 40.000 – Kreuzzug der Verdammten
Comic
Dan Abnett, Ian Egdinton
Panini Comics 2007
ISBN: 3-8660-7478-6
144 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 16,95
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